Dirigent und Vita

peter_gross

Peter Stangel wurde 1964 in der ehemaligen CSSR in eine deutsch-tschechisch-ungarisch-slowakisch- jüdisch-katholische Familie geboren. 1968 siedelte die Familie  in die Bundesrepublik um, wo Stangel mehrheitlich in Hannover aufwuchs.

Auf eigenen Wunsch erhält er Geigen- und Klavierunterricht, legt erste Kompositionsversuche vor. Nach dem Abitur studiert er Musik und Musikwissenschaften (mit einem Abstecher in die Physik und Mathematik) und macht gleichzeitig eine Ausbildung als Kommunikationstrainer.

Von 1990 an begibt Stangel sich auf den klassischen deutschen Kapellmeister-Weg: Als Repetitor, Studienleiter und erster Kapellmeister an verschiedenen europäischen Opernhäusern (Bielefeld, St. Gallen, Innsbruck, Heidelberg) erarbeitet er sich ein Repertoire von fast 70 Opern und etwa 250 sinfonischen Werken und geht 1997 für zwei Jahre als „assistent conductor“ an die Amsterdamer Staatsoper, wo er die Neueinstudierung des gesamten „Ring des Nibelungen“ mitbetreut.

1999 wird Peter Stangel gleichzeitig zum Generalmusikdirektor des traditionsreichen „Loh-Orchesters“ (Max-Bruch-Philharmonie, gegründet 1639) in Thüringen und zum ersten Gastdirigenten der Staatsoper Ljubljana (Slowenien) berufen.

Während dreier Jahre erwirbt er seinem Haus nationale Beachtung in Oper und Sinfonie:
Neben Produktionen wie „Rosenkavalier“, „Holländer“, „Macbeth“ sind es vor allem seine
ungewöhnlichen Konzertprogramme sowie zahlreiche Ur- und Erstaufführungen (u.a. Jan Müller-Wieland, Peteris Vasks und Michael Nyman), die Beachtung finden. Er initiiert und leitet das ersten deutschen Max-Bruch-Fest, wird in der Opernwelt international als „bester Dirigent“ nominiert und tritt als Gastdirigent mit verschiedenen Orchestern (Münchner Rundfunkorchester, RSO Saarbrücken, Wiener Kammerorchester, Kammerorchester des Maggio Musicale, Opernhäuser) auf.

„Von diesem jungen Dirigenten möchte man gerne mehr hören“ schreibt das Fono Forum nach seiner ersten CD.

Seit 2004 arbeitet Peter Stangel freischaffend und konzentriert sich vor allem auf die kompositorische Arbeit („Cabaret Voltaire“, „Jean Paul“, „Dribbling“), sowie auf die Entwicklung und künstlerische Leitung der taschenphilharmonie. Dieses ungewöhnliche Ensemble veranstaltet mittlerweile alleine in München drei eigene Konzertreihen und ist für seine innovativen Formate bekannt.  26 CDs sind bisher veröffentlicht worden, von denen einige mit mehreren, zum Teil internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.

Jenseits des Dirigierens begründet Stangel in Publikationen seine Ansichten zur Rolle der Musik in der Gesellschaft sowie zum Thema „Führung“. In beiden Bereichen ist er gern gesehener Vortrags-Redner bei Unternehmen, auf Kongressen und an Universitäten. Der Fernsehsender Bayern-Alpha widmete Stangel bereits zwei Folgen des renommierten „Alpha-Forums“; als Gastkommentator schrieb er für „die Gesellschafter“ sowie „aviso“, die Zeitschrift des bayerischen Kultusministeriums. 2010 erschien ein Aufsatz zu Fragen der Führungsethik zusammen mit Beiträgen von Horst Köhler, Hans Küng, Kardinal Lehmann u.a. im Band „Führung. Macht. Sinn.“ 2011 erhielt Peter Stangel den Förderpreis der internationalen Bodensee-Konferenz für Kulturvermittlung.

Intensiv setzt Peter Stangel sich auch für eine anspruchsvolle Musikerziehung ein. Die eigens für Kinder entwickelte Konzertreihe „Große Musik für kleine Hörer“ haben in 11 Jahren alleine in München etwa 80.000 Kinder besucht, mit 20 Titeln und 300.000 verkauften CDs ist es die größte Kinder-Klassik-Edition in der Geschichte des Tonträgers.

Als Fortsetzung und Weiterführung der Reihe rief Stangel das bundesweite Bildungs-Projekt „KLI(C)K“ („Klassik in die Kitas“) ins Leben, in dessen Rahmen allen Kindergärten und Grundschulen Deutschlands eine Grundausstattung für die Beschäftigung mit klassischer Musik zur Verfügung gestellt werden soll, die eigens für 4 – 8 jährige konzipiert ist.

Eine besondere Ehre und Würdigung dieser Arbeit war die Einladung zu einem Empfang des Bundespräsidenten, der unter dem zum Thema „Kinder und Bildung“ stattfand.